Der MDK-Besuch entscheidet über mehrere Tausend Euro pro Jahr. Wer schlecht vorbereitet ist, bekommt oft einen zu niedrigen Pflegegrad. Diese Checkliste zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie sich richtig vorbereiten.

Was ist der MDK?

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) ist eine unabhängige Gutachterstelle, die im Auftrag der Pflegekassen prüft, ob ein Pflegegrad gerechtfertigt ist und welche Stufe angemessen wäre.

Der Gutachter ist meist eine Krankenschwester, ein Krankenpfleger oder ein Arzt mit Pflegeerfahrung. Der Termin dauert ca. 45-60 Minuten.

Ablauf des MDK-Besuchs

  1. Begrüßung: kurzes Kennenlernen
  2. Gesundheitsfragen: Krankheiten, Medikamente, Diagnosen
  3. Praktische Tests: aufstehen, gehen, etwas heben, erinnern
  4. Fragen zum Alltag: was schaffen Sie alleine, wo brauchen Sie Hilfe
  5. Pflegende Angehörige: was machen sie täglich, wieviel Zeit
  6. Wohnsituation: ist die Wohnung pflegegerecht?

Vorbereitung (Checkliste)

14 Tage vorher

  • ☐ Pflegetagebuch beginnen
  • ☐ Alle Arztberichte sammeln
  • ☐ Medikamentenplan ausdrucken
  • ☐ Pflegehilfsmittel-Liste erstellen
  • ☐ Angehörigen / Berater einplanen, der dabei ist

Am Tag des Termins

  • Nicht "auf schön machen": zeigen Sie Ihre tatsächliche Situation
  • ☐ Pflegehilfsmittel sichtbar bereitlegen (Rollator, Inkontinenz, Medikamente)
  • ☐ Pflegetagebuch + Arztberichte parat
  • ☐ Angehöriger sitzt dabei
  • ☐ Wasser anbieten, ruhig bleiben

Pflegetagebuch führen

Das Pflegetagebuch ist Ihr wichtigstes Beweismittel. Notieren Sie über mindestens 14 Tage:

UhrzeitTätigkeitHilfe nötig?Wer hilft?Wie lange?
07:00AufstehenJa, beim AnziehenTochter15 Min.
07:30FrühstückBrot schmierenTochter10 Min.
08:30ToiletteHilfe + InkontinenzTochter20 Min.
...............

Richtiges Verhalten beim Termin

  • Ehrlich antworten, auch wenn es schwer fällt
  • Nicht "Ach, das schaffe ich noch" sagen
  • Beschreiben Sie auch schlechte Tage
  • Nicht hetzen: nehmen Sie sich Zeit für Antworten
  • Bei Demenz: Angehöriger spricht mit (Person mit Demenz oft "guter Tag")
  • Pflegehilfsmittel zeigen, nicht verstecken

Häufige Fehler vermeiden

"Ich bin doch nicht so krank, das ist mir peinlich..." Der größte Fehler. Der Gutachter ist neutral, er schaut, wieviel Hilfe Sie brauchen, nicht ob Sie "krank genug" sind.
  • ❌ Tagesform überschätzen ("heute geht es gut")
  • ❌ Zu höflich antworten
  • ❌ Allein zum Termin (besonders bei Demenz fatal)
  • ❌ Pflegehilfsmittel verstecken
  • ❌ Ohne Pflegetagebuch begutachtet werden
  • ❌ Den Gutachter "reden lassen" statt eigene Punkte einzubringen